Die Wüste lebt
oder

Gedanken zur Verhinderung wirtschaftlicher Unabhängigkeit

 

Über die Drahtzieher und deren Pläne zum Umbruch im arabischen Raum wurde bereits berichtet (s. http://www.terra-kurier.de/Umbrucharab.htm), doch der eigentliche Grund, dass die dortige Bevölkerung aufgehetzt wurde und nur deshalb gegen Ihre im Vergleich zu anderen friedlich agierenden Regierungen vorgeht, ist Wasser. Wasser ist auch der Grund, warum Staatsführer Gaddafi in Libyen sich total anders verhält, als andere arabische Regierungen.

 

Gaddafi galt ja nach US-Ansicht immer wieder mal als einer der Bösen. Aber ist er aufgrund seines oftmals exzentrischen Verhaltens tatsächlich ein Feind der Menschen oder seines Volkes?

Nur wenigen bekannt sind beispielsweise folgende Tatsachen: In Libyen wurden in den letzten Jahrzehnten umfangreiche soziale Reformen bis hin zu Altersrenten und Renten auch für Witwen und Waisen umgesetzt. So gibt es dort eine kostenlose Schulausbildung der Jugend (auch für Mädchen). So werden dort die höchsten Löhne in Afrika gezahlt, was auch der Grund für die vielen, jetzt flüchtenden Gastarbeiter aus den Nachbarländern ist. Es gibt außerdem eine beitragsfreie Krankenversorgung und auf Lebensmittel werden keine Steuern erhoben.

Sind das Sozialleistungen, die ein Volk dazu bewegen von sich aus gegen den Staat zu rebellieren? Zum totalen Glück fehlt den Libyern nur noch flächendeckend frisches Trinkwasser – und genau dies haben sie ebenfalls bekommen, zumindest wurden in dieser Richtung erste, wichtige Schritte vor wenigen Jahren abgeschlossen.

 

In den sechziger Jahren wurde in Libyen bekanntlich Erdöl gefunden, die Ausbeutung der Vorkommen begann. Damit verbunden war die intensive Suche neuer Lagerstätten. Die Erkundung wurde bis tief in die Sahara ausgedehnt. Dabei stießen die Bohrtrupps seinerzeit auf reiche, unterirdische Süßwasservorkommen.

 

So fand man den „Nubischen Aquifer, den sich die Länder Ägypten, Libyen, Sudan und Tschad teilen. Er ist das größte fossile Frischwasservorkommen der Welt. Das dortige Wasser ist zwischen 35.000 und 15.000 Jahre alt und stammt mutmaßlich aus der letzten Eiszeit. Man schätzt das Gesamtvolumen auf mindestens 373.000 Milliarden Kubikmeter. Allein in Libyen befinden sich vier unterirdische fossile Wasserspeicher: Die Kufra- und Sarir-Becken in der Osthälfte sind Teile des Nubischen Aquifers. Sie haben eine Kapazität von 35.000 Milliarden Kubikmetern. Im Südwesten liegt das Murzuk-Becken mit 4000 Milliarden Kubikmetern und im Westen das Hamada-Becken mit 3500 Milliarden Kubikmetern, welches zu dem unter Tunesien und Algerien fließenden Nord-Sahara-Aquifer gehört. Zusammen addieren sich die fossilen Wasservorräte Libyens auf 37.500 Milliarden Kubikmeter, von denen derzeit aber nur etwa 10.000 bis 12.000 Milliarden m3 abgepumpt werden können. Bei einer jährlichen Entnahme von 2,4 Milliarden Kubikmeter reichen diese Reserven nach libyschen Berechnungen zwischen 4000 und 5000 Jahre.

 

Vor diesem Hintergrund nahmen schnell Pläne Gestalt an, dass Libyen eines Tages die Versorgung seiner Bevölkerung mit landwirtschaftlichen Produkten aus eigenem Aufkommen sichern kann und darüber hinaus diese Erzeugnisse exportiert und auch benachbarte arabische und afrikanische Länder am Wasservorkommen teilhaben lässt. Ursprüngliche Vorstellungen zur Errichtung riesiger Farmen in der Wüste nahe der Brunnen ließen sich nicht verwirklichen. Die Alternative war die Umleitung des Wassers aus den Brunnenfeldern in die Küstenregionen, um die dort nur spärlich vorhandene Landwirtschaft zum Blühen zu bringen. Seit 1984 baut der Wüstenstaat deshalb Tausende Kilometer riesiger Wasserpipelines durch die Sahara. Das Wasser wird in riesigen Rohrleitungen und künstlichen Flüssen durch das ganze Land geleitet. Die Wüste wird dadurch zum Teil in fruchtbares Land umgewandelt und Libyen kann sich von Nahrungsmitteleinfuhren unabhängig machen und Afrika günstig mit landwirtschaftlichen Produkten versorgen.

 

Der von Menschen gemachte Fluss, auch als „Great-Man-Made-River-Projekt“ bezeichnet, transportiert bereits seit Jahren riesige Mengen Wasser und gilt dennoch als die größte Baustelle der Welt, da noch immer am Ausbau gearbeitet wird. Maßgeblich durchgeführt werden die Arbeiten dort von der deutschen Firma „pumpenboese GmbH & Co. KG”, eine Tochter von „German Water and Energy“, einer Gruppe internationaler Firmen, die durch die Qualität ihrer Produkte und Beratungen im Bereich der Wassererkundung, Wassergewinnung, Wasserverteilung, der Öl- und Gasindustrie, sowie der Geothermie weltweit einen guten Namen erworben hat. Hier findet man sicherlich auch den wahren Grund für die Stimmenenthaltung der Bundesrepublik Deutschland bei der Abstimmung zum Angriff auf Libyen.

 

Im Juni 2005 wurde das Projekt in Libyen schon soweit abgeschlossen, dass die Bemühungen für die Bevölkerung Libyens spürbar wurden. Das Great Man Made River-Project (GMMRP) ist in Libyen zu einem staatlichen Grundpfeiler geworden. Es brachte dem Land endlich Süßwasser, das man nicht nur trinken, sondern mit dem man sich auch ohne Juckreiz waschen kann, wie es bei den bisher eingesetzten Meerwasseraufbereitungsanlagen leider nicht der Fall war. Ein Denkmal für den Staatschef und eine Verbesserung der Lebensqualität für die Bevölkerung. Wasser erhalten auch die Nomadenstämme in der Sahara. An verschiedenen Punkten inmitten der Wüste kann aus der erdverlegten Hauptwasserleitung kontrolliert Wasser entnommen werden, um Menschen und Tiere zu versorgen. Mehr Lebensqualität also auch für die Wüstenbewohner. Das Wasserprojekt verwandelt das ganze Land. In der Extremsahara gibt es inzwischen grüne Flecken, in der Steppe riesige Agrarflächen. Der Wüstenstaat Libyen schickt sich an, eine Agrarexportnation zu werden. Und der „Great-Man-Made-River“ wird noch weitergebaut, wahrscheinlich noch einmal 50 Jahre. Nicht auszudenken zu welcher Wirtschaftsgröße diese Land dann werden könnte, wenn der Wassermangel als Entwicklungshemmnis überwunden wird. In diesem Zusammenhang erhält die Afrikanische Union, die Gaddafi ja eigentlich am Leben hält, einen völlig neuen und vernünftigen Sinn.

 

Gleichzeitig erkennen wir hier möglicherweise den wahren Grund für die derzeitigen NATO-Angriffe auf Libyen. Da die NATO bekanntlich nur Vasallen-Dienste im Auftrag der US-Hochfinanz durchführt, ist es klar, dass hier die wirtschaftliche Unabhängigkeit der arabisch-afrikanischen Staaten, insbesondere Libyens, verhindert werden soll. Erinnern wir uns an die 1980er Jahre. Damals begann die kontrollierte Presse im Auftrag besagter Hochfinanz Staatschef Gaddafi als einen der „Bösen“ zu bezeichnen. Allerdings erfuhr seinerzeit niemand etwas vom Sahara-Wasser und der geplanten Pipeline und deshalb glaubte man damals noch den Einredungen der Medien. Dann relativ kurz nach Beginn der Bauarbeiten zum GMMRP im Jahre 1984, wurde am 14. April 1986 vom damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan der Befehl zur „Operation El Dorado Canyon“, einem Luftangriff gegen Ziele in Libyen, erteilt. Als Antwort auf einen angeblich von Libyen unterstützten terroristischen Bombenanschlag auf die überwiegend von US-Soldaten besuchte Berliner Diskothek „La Belle“, bombardierten US-Kampfjets auch Gaddafis Wohnsitz. Überlebt hat damals wahrscheinlich nur deshalb, da er sich überwiegend in seinen Zelten aufhält. Aufgrund internationaler Proteste machten die USA dann einen Rückzieher und die Angriffe wurden damals schnell eingestellt. Haben viele seinerzeit noch an die Schurkenhaftigkeit Gaddafis geglaubt, wird heute aufgrund der Zusammenhänge mit dem Great Man Made River-Project schnell klar, dass die USA bereits im Jahre 1986 terroristische Taten vorgaukelten, um souveränen Staaten die Macht zu entziehen. Ganz ähnlich wie am 11.9.2001, wo uns ein Krieg gegen den Terror als politisch korrekt und einzige Möglichkeit „verkauft“ wurde. In Wahrheit verbirgt sich dahinter, wie selbständig Denkende ja mittlerweile wissen, ein Krieg gegen alle die sich den Zielen der Hochfinanz zur totalen Globalisierung widersetzen. Alles wiederholt sich offenbar bereits seit Jahrzehnten.

 

Somit bleibt klar festzuhalten, dass die aktuellen Angriffe gegen Libyen nichts anderes sind als das Great Man Made River-Project nach Abschluss der Hauptbauphase zum Erliegen zu bringen. Mutmaßlich werden, ohne das uns die kontrollierten Medien davon berichten, überwiegend Bauwerke und Rohrleitungen dieses Wasserprojektes als Angriffsziele in der libyschen Wüste angeflogen. Der Einsatz von US- /UN- / Nato-Bodentruppen und deren bekannter Vasallen steht wahrscheinlich unmittelbar bevor. Obwohl, selbst nach UN-Angaben, derzeit keine Notwendigkeit besteht, bereitet sich die EU auf einen Militäreinsatz unter französischer Führung zur Absicherung humanitärer Hilfe in Libyen vor. Bei einem Treffen in Luxemburg beschlossen die EU-Außenminister, entsprechende Vorbereitungen voranzutreiben. Offenbar schlagen Sarkozys Wurzeln zu stark durch und er will seinen US-Freunden der Hochfinanz beweisen, dass die „westliche Wertegemeinschaft“ auch ohne NATO- und US-Unterstützung in deren Sinne funktioniert.

 

Die bedingungslose Umsetzung der Globalisierung kennt mal wieder keine Grenzen, der Tod Unschuldiger wird dabei von vornherein einkalkuliert und die Verhinderung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit einzelner Staaten ist dabei oberstes Gebot. Vielleicht sollten wir vor diesem Hintergrund nicht mehr allzu streng mit unseren Regierenden umgehen. Verhindern sie durch ihre Vasallen-Tätigkeit doch zumindest die erneute Bombardierung Deutschlands.

 

JKS-Terra-Kurier / 15.4.2011