Wer hat´s erfunden?

 

Von Autobahnen und dem Volks-Automobil.

 

Von JKS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   Kübelwagen (links) u. Porsche Jagdwagen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Terra-Kurier / JKS / 15.9.2020

 

 

 

Die Reichsautobahnen (RAB) waren ein Netz von Schnellstraßen im Eigentum des Deutschen Reiches. Mit der Planung und dem Aufbau wurde zur Zeit der Weimarer Republik begonnen; nach 1933 wurde der Ausbau dann beschleunigt. Er wurde als eine der Maßnahmen gegen die seit der Weltwirtschaftskrise 1930/31 herrschende Massenarbeitslosigkeit ins Leben gerufen. Außerdem sollten die Reichsautobahnen auch mit Leben, also mit Automobilen, gefüllt werden und der einfache Deutsche sollte die Möglichkeit haben diese Autobahnen zu befahren. Ein Automobil für jeder Mann wurde entwickelt, um die Mobilität in der Volksgemeinschaft zu gewährleisten. Ein modernes Land, sollte moderne Verkehrswege und moderne Fahrzeuge erhalten. Die Reichsautobahnen und ihre umfangreichen, in die Zukunft gerichteten Planungen bildeten später auch einen Grundstein für das Bundesautobahnnetz in der Bundesrepublik Deutschland und das Autobahnnetz in der Bundesrepublik Österreich.

 

Wenn die Gutmenschen im Lande und in Politkreisen unwissend immer wieder davon faseln, dass der Aufbau der Autobahnen nur der Möglichkeit zum schnellen

Truppentransport in alle Richtungen dienen sollte, dann ist denen zu antworten: Unsinn! Denn Truppentransporte fanden damals wie heute zum größten Teil über Schiene im Eisenbahngüterverkehr statt. Die Autobahnen wurden und werden dabei allenfalls für die letzten Kilometer bis zum Einsatzort genutzt.

 

Der Autobahnbau ab 1933 war nur ein Teil der besonderen Arbeitsbeschaffungsprogramme. So hatte auch die Deutsche Reichsbahngesellschaft, neben der Reichspost für große Reduzierung der Arbeitslosenzahlen gesorgt. Zur Belebung der Privatwirtschaft durch Zuschüsse dienten außerdem Programme für Instandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten an Gebäuden. Auch entstand neuer, moderner Wohnraum durch Wohnungs- und Siedlungsbau. Es gab eine Steuerbefreiung für neu errichte Wohnungen und Eigenheime. Die Reichsregierung veranlasste zwischen 1933 bis 1937 den Bau von nahezu 1,5 Millionen Einfamilienhäuser, die nach damaligem, höchstem Standard gebaut wurden. Mieten durften maximal 1/8 eines Arbeiterdurchschnittslohnes nicht übersteigen. Das war echte Mitpreisbindung, wie es heutige Politclowns nicht regeln können.

 

So gelang es die Arbeitslosigkeit so stark zu reduzieren, wie das in keinem anderen Land der Welt zu diesem Zeitpunkt möglich war. Die Zahl der Arbeitslosen war in der Zeit von Januar 1933 bis Mai 1935 von 7 Millionen auf 2 zurückgegangen. Im Oktober 1938 hatte das Reich gar nur noch 163.000 Arbeitslose. Insgesamt wurden bis Ende 1934 für Arbeitsbeschaffungszwecke 5,1 Milliarden Reichsmark bereitgestellt. Wo ein Wille ist, wie hier die Arbeitslosigkeit zu beenden, da ist auch ein Weg!

 

In den 1930er Jahren haben Weltwirtschaftskrise und damit eingehende Arbeitslosigkeit auch in anderen Ländern zu Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen geführt. Doch nirgendwo anders als im Deutschen Reich waren diese Maßnahmen so effektiv und zielführend, was neidende Blicke auf das Reich zu Folge hatte.

 

Doch zurück zur Reichsautobahn, dem seinerzeit modernsten und bis heute, sicherstem Straßennetz. Der Bau ist eines der bis heute, bekanntesten Arbeitsbeschaffungsprogramme. Die höchste Beschäftigungszahl wurde mit rund 120.000 Arbeitern im Jahr 1936 verzeichnet. Doch wozu eine moderne Schnellstraße, wenn ein Auto für Jedermann fehlte? A. Hitler hatte dazu bereits im Sommer 1932 eine Vision und machte eine Entwurfsskizze für ein zukünftiges „Auto für den kleinen Mann“. Er meinte: „Es muss doch möglich sein, dem Deutschen Volke einen Kraftwagen zu präsentieren, der im Preis nicht mehr kostet als früher ein mittleres Motorrad und dessen Brennstoffverbrauch mäßig ist.“ Dieses Auto, so Hitlers Vorgaben, sollte nicht mehr als 1.000 Reichsmark kosten und mindestens 4 Personen aufnehmen können und eine Geschwindigkeit von 100 Km/h erreichen können.

 

Mit Ferdinand Porsche (1875-1951) wurde dann 1934 der Ingenieur gefunden, welcher den Traum vom „Auto für den kleinen Mann“ Wirklichkeit werden ließ. Ab 1934 konstruierte Ferdinand Porsche im Auftrag des Reichsverbandes der Automobilindustrie den „KdF-Wagen bzw. den „Volkswagen“, der dann Jahre später zum VW-Käfer wurde. Ab 1938 wurde für den KdF-Wagen im Volk geworben. Das Auto sollte 990 RM, die Kabriolimousine 1050 RM kosten, dazu kamen 200 RM für eine zweijährige Kasko- und Haftpflichtversicherung. Die KdF-Gemeinschaft (Kraft durch Freude) war eine Volks- und Leistungsgemeinschaft aller Deutschen und wurde am 27. November 1933 als Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront (DAF) gegründet. Mit dem Amt für Reisen, Wandern und Urlaub war KdF der größte Reiseveranstalter in der Zeit von 1933 bis 1945 und galt weltweit als einzigartig.

 

Der als Volkswagen geplante KdF-Wagen war eines der wichtigsten Projekte von „Kraft durch Freude“. Im Rahmen einer breitgestreuten Werbekampagne wurde der Kauf des Volkswagens beworben: „Fünf Mark die Woche musst Du sparen – willst Du im eignen Wagen fahren.“ Es hatten bereits Hunderttausende einen Sparvertrag abgeschlossen, noch bevor der Grundstein für das KdF-Werk gelegt wurde. Deutschland war damals im europäischen Vergleich untermotorisiert. 1930 gab es nur etwa eine halbe Million registrierte Kraftfahrzeuge. Das Reich rangierte deutlich hinter Frankreich oder Großbritannien, wo bereits mehr als 1,5 Millionen Autos über die Straßen rollten. In den USA hatte mit gut 26 Millionen Fahrzeugen die Massenmotorisierung längst begonnen. Doch auch im Reich war die Faszination Automobil im Volk vorhanden und so fand die Werbung „In 10 Jahren jedem schaffenden Deutschen einen Volkswagen!“ großen Anklang. Noch dazu wo der Benzinpreis mit 39 Pfennig pro Liter im Vergleich zu heute traumhaft niedrig war.

 

Am 28. Mai 1937 wurde die Volkswagen mbH in Berlin gegründet und 1938 dann in Volkswagenwerk GmbH umbenannt. (Erst 1960 wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und die Hauptversammlung beschloss 1985 die Umfirmierung in Volkswagen AG.) Am 26. Mai 1938 erfolgte nahe Fallersleben die Grundsteinlegung des Volkswagenwerkes und kurz darauf wurde am 1. Juli 1938 eine neue Stadt mit Namen „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ (auch „Autostadt bei Fallersleben“ genannt) gegründet

 

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs musste die Fertigung des KdF-Wagens als ziviler PKW jedoch zugunsten von Militärfahrzeugen, die allesamt auf dem KdF-Wagen basierten, zurückgestellt werden. So entstanden in der Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben der „Kübelwagen“ Typ 82, der „Kommandeur-Wagen“ Typ 87 mit Allradantrieb und ein „Schwimmwagen“ Typ 166. Der Kommandeur-Wagen wurde 1940 in nur vier Exemplaren gefertigt. Er hatte einen Vierzylinder-Boxermotor mit 1131 cm³ Hubraum und 24,5 PS. Er war mit 1620 mm Breite 100 mm breiter als der normale Volkswagen. Mit einem dieser Wagen war beispielsweise auch Generalfeldmarschall Erwin Rommel in Afrika unterwegs. Ein Exemplar steht im Porschemuseum in Gmünd in Kärnten. Von August 1941 bis Kriegsende verließen rund 51.000 Kübelwagen sowie 14.000 Schwimmwagen das Werk. Daneben fertigte man bei Fallersleben Teile für Flugzeuge und die V1. Der Kübelwagen hatte 1100 ccm und 24 PS bei nur 700 KG Gewicht. Aufgrund der robusten, verlässlichen Technik war er weltweit im Einsatz.

 

                       

                        Kommandeurs-Wagen und Kübelwagen. Alle Fotos aus dem Porsche-Museum in Gmünd /Kärnten © JKS

 

Kriegsbedingt erhielt keiner der „KdF-Sparer“ ein Fahrzeug für sein angespartes Guthaben; die 630 gebauten zivilen Wagen wurden an das Deutsche Afrikakorps, die Luftwaffe und zivile Dienststellen abgegeben und der Restbestand nach Kriegsende von der britischen Besatzung beschlagnahmt. Die Anrechtsscheine im Wert von über 280 Millionen Reichsmark, die von etwa 340.000 Personen erworben worden waren, verloren ihren Wert, da die Neugründung des Automobilwerkes diese Verbindlichkeiten nicht übernahm.

 

Am 15. Juli 1945 wurde die „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ in „Wolfsburg“ umbenannt und das Volkswagenwerk begann (zunächst unter Leitung der britischen Besatzung) mit der Serienproduktion des nun nur noch Volkswagen genannten KdF-Wagens, des späteren VW Käfer. Der neue Name Wolfsburg wurde durch das bereits 1302 urkundlich erwähnte gleichnamigen Schloss inspiriert. Die Siedlung war ursprünglich für die Arbeiter des Werkes konzipiert worden; Hitler selbst hatte seinerzeit den Grundstein für diese Wohnsiedlung gelegt.

 

Im Mai 1945 waren noch 9.000 Arbeiter im Werk beschäftigt, obwohl die Produktion fast völlig zum Erliegen gekommen war. Doch innerhalb eines Jahres gelang es der Belegschaft unter schwierigsten Bedingungen aus alten Lagerbeständen sage und schreibe 11.805 „Käfer“ zusammen zu bauen, die dann abermals meist an die britische Besatzung ausgeliefert wurden.

 

In den Folgejahren begann ein rasanter Wiederaufbau, den die Alliierten für unmöglich hielten und was in einer jahrelang anhaltenden Erfolgsgeschichte mündete. Schon in den ersten zehn Jahren nach der erzwungenen Kapitulation der Wehrmacht war in der Bundesrepublik Deutschland die Automobilproduktion insgesamt sprunghaft angestiegen. Diese Kraftfahrzeug-Hochkonjunktur gilt heute als wesentliches Element für das „Wirtschaftswunder” der Bundesrepublik Deutschland und wurde nur möglich, weil der wunderbare Gedanke an eine automobile, moderne Welt dem Volk bereits in den 1930er Jahren nahegebracht wurde und deshalb bis heute so ungebrochen angenommen wird.

 

Die Volkswagen Aktiengesellschaft (abgekürzt VW AG) mit Sitz im niedersächsischen Wolfsburg ist heute ein deutscher Automobilhersteller. Er ist indirekt mehrheitlich im Besitz der österreichischen Familien Porsche und Piëch und zu großen Teilen dem Bundesland Niedersachen. Volkswagen ist der größte Automobilhersteller der Welt. Die heutige VW AG agiert als Muttergesellschaft der Fahrzeugmarke Volkswagen Pkw sowie der Tochtergesellschaften Seat, Škoda Auto und Audi sowie der Luxusmarken Bentley, Bugatti, Ducati (Motorräder), Lamborghini und Porsche. 2007 bis 2011 erweiterte der Konzern auch seine Nutzfahrzeugsparte (Lkw und Busse) mit dem Geschäftsbereich Volkswagen Nutzfahrzeuge um die Unternehmen MAN und Scania.

 

Vom einstigen Namen „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“ ist heute nur noch „Autostadt“ geblieben. Die heutige Autostadt, als Teil des VW-Werkes ist ein Auslieferungszentrum für Neuwagen, ein Museum und ein Freizeitpark der Volkswagen AG in Wolfsburg. Sie wird von der Autostadt GmbH betrieben.

 

Und jetzt zurück zur Frage in der Überschrift dieses Aufsatzes: „Wer hat´s erfunden?“ – Antwort: Das Deutsche Reich!

Die Reichsautobahnen in der 1920er Jahren und Autos für Jedermann in den 1930er Jahren.
Wirkt bis heute – geht´s nachhaltiger?