Deutsches Volkstum, Deutschtum und Volksgemeinschaft

 

Was bedeuten Begriffe wie Volkstum, Deutschtum und Volksgemeinschaft?

Dieser Aufsatz soll die Entstehung dieser Begriffe und den Sinn dahinter beleuchten.

 

Der Begriff Volkstum wurde erstmals von Friedrich Ludwig Jahn im Jahre 1810 in seinem Buch „Deutsches Volkstum“ verwendet. Allerdings tauchte das Wort „volkstümlich“ bereits in den Werken von Johann Gottfried Herder (1744-1803) auf, der sich u.a. eingehend mit Volk, Rasse und Brauchtum beschäftigte.

 

Das Deutschtum ist das Sein und Wesen der Deutschen und die Bezeichnung für die vielen unvergleichlichen Eigenarten des deutschen Volkstums, ein tiefverwurzelter Grundstock der eigenen Identität. Es stellt die gesamte geistige und materielle Kultur der Deutschen dar und schließt so alle Deutschen Stämme, alle Regionen und Gaue, alle versprengt irgendwo in der Welt lebenden Deutschen ein.

 

In der nationalen Weltanschauung kennt man außerdem den Begriff Volksdeutsche. In der Zeit der Volksgemeinschaft zwischen 1933 und 1945 waren alle die außerhalb der Reichsgrenzen lebten, Volksdeutsche. So beispielsweise Russlanddeutsche, Deutschbrasilianer, Deutschamerikaner. Durch die territoriale Beschneidung nach dem zweiten Weltkrieg verlor das Deutschtum im Ausland an Kultur und Sprache, da sich die weitgehende Vertreibung der Deutschen aus Ostdeutschland und anderen osteuropäischen Ländern auswirkte.

 

Das vom Germanentum abgeleitete und entwickelte Deutschtum bildete sich im Lauf der Geschichte zu einer Hochkultur heraus, welche maßgeblich die Entwicklung in der Welt mitbestimmte und beschleunigte. So sei in erster Linie an die vielen Erfindungen und technischen Errungenschaften gedacht, auch literarische und musikalische Werke sollten bedacht werden und nicht zu vergessen die zahlreichen kulturellen Leistungen, von denen die gesamte Welt profitiert.

 

Die Volksgemeinschaft ist die Gemeinschaft eines Volkes. Ein Volk und sein Land gehören untrennbar zusammen, da alle gleicher Abstammung sind und alle dem gleichen Kulturkreis angehören. So gilt in einer Volksgemeinschaft stets „Gemeinnutz geht vor Eigennutz!“ Die Volksgemeinschaft als Schlüssel zum glücklichen Zusammenleben. Ganz im Gegensatz zu einer Gesellschaft, in der der einzelne sich in den Vordergrund hebt. Die Volksgemeinschaft sichert das Gemeinwohl zum Schutz aller Volksgenossen gegen jede Bedrohung und Ausbeutung und gegen jede Entfremdung von der nationalen Identität.

 

Individuelle Unterschiede aufgrund der Vielfältigkeit der Menschen stehen dabei nicht im Wege und stellen keinen Gegensatz zur Solidarität dar. Alter, Begabung, Anspruch, Kenntnisse, Fähigkeiten, Leistung und Haltung finden in der Volksgemeinschaft ihre Berücksichtigung, da nur die Vielfältigkeit durch die Masse aller eine Weiterentwicklung ermöglicht, solange alle die gleichen Ziele verfolgen und vor allem identische Wurzeln und damit eine identische Entwicklung erlebt haben. So werden sich Fremde niemals in den Kulturkreis der Deutschen / Europäer einordnen können und wir Deutsche werden uns so auch niemals in einen fremden Kulturkreis einordnen können.

 

Der Begriff Volksgemeinschaft ist übrigens keine Erfindung des Deutschen Reiches aus der Zeit zwischen 1933 und 1945, sondern wurde auch von Friedrich Ludwig Jahn in seinem Werk „Deutsches Volksthum“ aus dem Jahr 1910 wie folgt beschrieben: „Es ist das Geheimnis des Volks, sein innewohnendes Wesen, sein Regen und Leben, seine Wiedererzeugungskraft, seine Fortpflanzungsfähigkeit. Dadurch waltet in allen Volkgliedern ein volkstümliches Denken und Fühlen, Lieben und Hassen, Frohsinn und Trauern, Leiden und Handeln, Entbehren und Genießen, Hoffen und Sehnen, Ahnen und Glauben. Das bringt alle die einzelnen Menschen des Volks, ohne dass ihre Freiheit und Selbständigkeit untergeht, sondern gerade noch mehr gestärkt wird in der Viel- und Allverbindung mit den übrigen, zu einer schönverbundenen Gemeinde.“

 

So gilt die Volksgemeinschaft als Gegenstück zur anonymen, von ökonomischem Nutzenkalkül, egoistischem Individualismus und Parteienstreit bestimmten Gesellschaft. Nur durch die Volksgemeinschaft lässt sich ein wahres demokratisches Zusammenleben eines Volkes verwirklichen. So war es zwingend, dass diese Volksgemeinschaft sich auch im Nationalsozialismus etablierte, der im Gegensatz zu den Gedanken des Klassen- und Parteienstaates das Bekenntnis zur unzerreißbaren blutsmäßig bedingten Einheit aller Volksgenossen beinhaltet. So entspricht die Aussage „Der Nationalsozialismus ist die politische Lehre von der Volksgemeinschaft“ durchaus dem Gedanken, dass alles eine Frage von Rasse und Blut ist.

 

„Der Staat kann untergehen. Wenn das Volkstum erhalten bleibt, kann alles wiedergewonnen werden. Ist das Volkstum vernichtet, ist alles verloren.“ (Friedrich Ludwig Jahn)

 

Es scheint, dass sich die Ahnen bereits im 18. Und 19. Jahrhundert eingehend mit Volk, Volkstum und dem Zusammenleben in der Gemeinschaft beschäftigt haben und zu Erkenntnissen gekommen sind, die man versucht uns heute zu verschweigen. So haben die angeblichen „Siegermächte“ nach dem zweiten Weltkrieg durch Umerziehung und durch Büchervernichtung massiv versucht, die einzig vernünftige, den Weltfrieden bringende Idee der Volksgemeinschaft aus den Köpfen der Deutschen zu verbannen. Doch auch dem Ahnen Friedrich Ludwig Jahn, der auch als „Turnvater Jahn“ bekannt ist, haben wir es zu verdanken, dass dieses verwerfliche Ziel der Alliierten nicht erreicht wurde.

 

Wer war eigentlich dieser Friedrich Ludwig Jahn?

Johann Friedrich Ludwig Christoph Jahn, bekannt als Turnvater Jahn, geboren am 11. August 1778 in Lanz (Prignitz); gestorben am 15. Oktober 1852 in Freyburg (Unstrut)) war ein deutscher Pädagoge, der die sogenannte deutsche Turnbewegung initiierte. Aus dem von ihm begründeten Turnen ging u. a. die heutige Sportart Geräteturnen hervor. Zudem war Jahn Politiker und Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung (1848). Die Turnbewegung war von Anfang an mit der frühen Nationalbewegung verknüpft. Sie war unter anderem mit der Zielsetzung entstanden, die Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und für die Rettung Preußens und Deutschlands vorzubereiten. Den ersten Turnplatz schuf Jahn 1811 in der Berliner Hasenheide (heute im Bezirk Neukölln). Die von ihm und seinen Mitstreitern auf dem Turnplatz in der Hasenheide demonstrierten Vorstellungen von der „Deutschen Turnkunst“ sind im heutigen Turnbetrieb noch wiederzufinden. Ebenso haben grundlegende von Jahn eingeführte Begriffe und Bezeichnungen Eingang in die Terminologie des Gerätturnens gefunden.

 

In seiner 1808 verfassten Schrift „Deutsches Volksthum, 1810 skizzierte er erstmals seinen entschiedenen Nationalismus, zu dem er während der französischen Besatzung gekommen war.

 

So ordnete er auch das Turnen politischen Gesichtspunkten unter. Jahn wollte die Jugend für den Kampf gegen Frankreich trainieren. Mit anderen versuchte er dem preußischen Königshof die Notwendigkeit des Aufstands deutlich zu machen. Offenbar verabredete er mit Scharnhorst und Hardenberg die Gründung eines Freikorps, denn er kam schon zum Sammelplatz, bevor dem König von den Ministern die Bitte um die Errichtung des Lützowschen Freikorps vorgelegt wurde. Mit der Niederlage Napoleons 1813 wurde die Voraussetzung für die nationale Befreiung Deutschlands geschaffen. Mit dem Sieg in der Völkerschlacht bei Leipzig wurde Jahns Wunsch in gewissem Sinn Wirklichkeit. 1813, in der Zeit der Völkerschlacht bei Leipzig, forderte Jahn: „… freie Rede, Verfassung, Einheit des Vaterlandes …“

 

Der Wiener Kongress (1814/15) enttäuschte Jahn, da sich dort eine Politik des europäischen Gleichgewichts durchgesetzt hatte. Der Deutsche Bund unterdrückte die liberalen Verfassungsbewegungen in den Einzelstaaten. Von den eigentlichen Zielen Jahns war nur die Befreiung von Frankreich erfüllt. Er begann 1817 mit einer Vortragsreihe zum deutschen Volkstum, in dem er die Missstände im preußischen Heer anprangerte und die Beschränkung der bürgerlichen Rechte im Staat bedauerte. Außerdem gab er immer wieder in derben Worten seinem Patriotismus bzw. Nationalismus Ausdruck.

 

Turnverbot und Inhaftierung

Die Ermordung des Schriftstellers, Journalisten und russischen Generalkonsuls August von Kotzebue, durch den Studenten und Turner (oder Burschenschafter) von Jahn, Karl Ludwig Sand im März 1819 löste die Verhaftung, Verurteilung und Inhaftierung Jahns aus. Man unterstellte ihm Rädelsführer zum Tot von Kotzebue zu sein. Jahn verbrachte die nächsten fünf Jahre in Haft in Spandau, Küstrin und Kolberg.

 

Bereits damals war es scheinbar gängige Praxis, unliebsame, politisch Tätige zu drangsalieren und unter fadenscheinigen Erklärungen wegzusperren. Jahn wurden revolutionäre Umtriebe unterstellt. So gilt Jahn heute neben Fichte, Arndt, Hegel und anderen nicht ganz unzutreffend als geistiger Vater der studentischen Freiheits- und Einheitsbewegung und als Vertreter des Deutschen Idealismus.

Am 15. März 1825 wurde er freigelassen, unter der Bedingung, in keiner Universitäts- oder Gymnasialstadt zu wohnen, um seine Meinung nicht mehr unter Studenten verbreiten zu können. Handlungs- und Redeverbote für politisch Unkorrekte waren also auch schon damals an der Tagesordnung.

 

1848 gehörte er dem Vorparlament an. Kurz darauf wurde Jahn in die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche gewählt. Im Alter von 74 Jahren starb Jahn am 15. Oktober 1852 in Freyburg an der Unstrut (heute in Sachsen-Anhalt). Dort wurde er an der Stirnseite der ersten deutschen Turnhalle beigesetzt.

Aus Anlass der Olympischen Spiele in Berlin 1936 wurden seine Gebeine umgebettet. Sie fanden ihre letzte Ruhestätte im Ehrenhof seines Wohnhauses, das er 1838/39 erbaut hatte. Dieses Gebäude beherbergt auch heute noch das Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum.

 

Der Wahlspruch „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ geht ebenfalls auf Jahn zurück. Allerdings in Anlehnung an den Reimspruch des 16. Jahrhunderts zurück (Frisch, frey, fröhlich, frum – Sind der Studenten Reichthum!). Ende 1843 erklärte Jahn der Frankfurter Turngemeinde die Bedeutung des Wahlspruches, den er am Giebel seines Wohnhauses in Freyburg, dem heutigen Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum, anbringen ließ:

·                  „frisch nach dem Rechten und Erreichbaren streben, das Gute thun, das Bessere bedenken, und das Beste wählen“;

·                  „frei sich halten von der Leidenschaft Drang, von des Vorurtheils Druck, und des Daseins Ängsten“;

·                  „fröhlich die Gaben des Lebens genießen, nicht in träumerisch vergehn über das Unvermeidliche, nicht in Schmerz erstarren, wenn die Schuldigkeit gethan ist, und den höchsten Muth fassen, sich über
           das Mißlingen der besten Sache zu erheben“;

·                  „fromm die Pflichten erfüllen, leutseelig und volklich, und zuletzt die letzte, den Heimgang. Dafür werden sie gesegnet sein, mit Gesundheit des Leibes und der Seele, mit Zufriedenheit so alle
           Reichthümer aufwiegt, mit erquickenden Schlummer nach des Tages Last, und bei des Lebens Müde durch sanftes Entschlafen.“

·                   

Aus den Anfangsbuchstaben des Turnerwahlspruches, den vier F, formte der Darmstädter Kupferstecher Heinrich Felsing 1843/46 das noch heute bekannte Turnerkreuz.

 

Abschließend lässt sich hier festhalten, dass Friedrich Ludwig Jahn als einer der Wegbereiter zur Volksgemeinschaft gesehen werden muss. Ohne ihn hätte sich der wunderbare Gedanke zur Volksgemeinschaft niemals verwirklicht und ohne ihn hätte es die glücklichen Jahre in Deutschland, während derer alle Menschen ein Lächeln im Gesicht hatten, während derer die Politiker Ansehen im Volk hatten, während derer alles im Land vernunftorientiert war, niemals geben können.

 

Postum wäre Friedrich Ludwig Jahn sicherlich erfreut, dass seine Gedanken und Ideen zur Volksgemeinschaft doch noch in Deutschland, wenn auch nur für 12 Jahre, eine Anwendung fanden.

Auf in die neue Volksgemeinschaft, damit es in Deutschland wieder heißt „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“, aber auch damit die Ideen von Friedrich Ludwig Jahn endlich dauerhafte Anwendung finden und seine Ideen nicht vergebens waren, was selbstverständlich auch die körperliche Ertüchtigung, Turnen, beinhaltet.

 

Frank Jeske / Terra-Kurier / 04.05.2018