Nord-Stream-2 – Ein Dorn im Auge der US-Hochfinanz!

Von Hermann Rudolph

 

Die Nord-Stream, ehemals North European Gas Pipeline, NEGP, auch Ostsee-Pipeline, ist ein System von Unterwasser-Gasleitungen, die von Russland nach Deutschland verlaufen. Die ersten beiden Stränge der Pipeline (Nord-Stream-1) wurden im November 2011 eingeweiht und verlaufen von Wyborg nach Lubmin bei Greifswald. Zwei weitere Röhren sind unter der Bezeichnung Nord-Stream-2 in Bau. Sowohl die beiden Nord-Stream-1-Stränge zusammengenommen als auch die beiden Nord-Stream-2-Rohre haben nach Angaben von Gazprom jeweils eine nominelle Transportkapazität von 55 Mrd. Nm³ pro Jahr entsprechend etwa 550 TWh/a = 63 GW Heizwert.

 

Eigentümer und Betreiber der Nord-Stream-1 ist die Nord Stream AG, deren Anteile von Gazprom (51 %), Wintershall, E.ON, Gasunie und Engie gehalten werden. Eigentümer der Nord-Stream-2 ist die Nord Stream 2 AG, die vollständig zum mehrheitlich staatlichen russischen Gazprom-Konzern gehört.

 

Laut einer Pressemitteilung der Nord Stream AG wurden im Jahr 2018 58,8 Milliarden Kubikmeter Gas durch die beiden Röhren der Nord-Stream-1-Pipeline zur EU transportiert. 2019 waren es 58,5 und 2020 59,2 Milliarden Kubikmeter.

 

Der Vorschlag, eine Pipeline durch die Ostsee zu bauen, wurde erstmals 1995 gemacht. Am 11. April 2005 wurden die Vereinbarungen in Anwesenheit vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Präsident Wladimir Putin formalisiert.

Am 8. September 2005 wurde die Grundsatzvereinbarung zwischen Gazprom, Wintershall und E.ON Ruhrgas in Anwesenheit Schröders und Putins unterschrieben. Die Unterzeichnung war wegen der Bundestagswahlen vorverlegt worden. Beschlossen wurde, eine Betreibergesellschaft in der Schweiz zu gründen. Gazprom sollte zu 51 % beteiligt werden und die beiden deutschen Unternehmen sollten ihre Anteile von jeweils 24,5 % reduzieren, um einen vierten Projektpartner in das Konsortium aufzunehmen. Darüber hinaus wurde die Anlage eines zweiten Leitungsstrangs festgelegt. Die Planungen zum Bau der Ostsee-Pipeline wurden anfangs von der EU unterstützt und das Projekt erhielt bereits im Jahr 2000 eine prioritäre Stellung im Programm Transeuropäische Netze. Die Haltung gegenüber dem Projekt änderte sich jedoch als Russland Ende 2005 der Ukraine wegen nicht beglichener Rechnungen Gaslieferungen sperrte. Ein legitimes Mittel, offene Rechnungen einzutreiben, was aber in EU-Kreisen offiziell als Grund für den Bruch mit dem Projekt Nord-Stream missbraucht wurde, da man auf EU-Ebene längst schon auf Druck der US-Hochfinanzkreise die Bundesrepublik Deutschland zum Aussteigen bewegen wollte.

 

Dies hat sich aktuell bis heute nicht geändert, kann aber aufgrund der Verträge zum Glück nicht durch die EU beendet werden. So üben bestimmte Kreise in den USA noch immer einen negativen Einfluss auf das Nord-Stream-2-Projekt aus und ernennen regelmäßig neue Sonderbeauftragte, um das Pipeline-Projekt noch zu stoppen. Der Grund dafür hat nichts mit dem Schutz Europas zu tun – wie dann immer behauptet wird. Der wahre Grund für die Ablehnung dieser US-Kreise, die sich aus einer kleinen, internationalen Clique der Hochfinanzkreise zusammensetzt, ist die Dollar-Hegemonie und die Nähe dieser Kreise zu den Unruheherden in der Ukraine.

 

Die „neue“ US-Administration unter „Präsident“ Joe Biden führt derzeit Gespräche, Amos Hochstein auf die Position des Sonderbeauftragten für Nord-Stream-2 zu berufen. Hochstein war bis letztes Jahr Vorstandsmitglied des ukrainischen Gasunternehmens Naftogaz. Er ist auf beiden Seiten des Atlantiks sehr gut vernetzt und sein Hauptziel wird es sein, alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, um dem Gaspipeline-Projekt zu schaden oder das ukrainische Unternehmen Naftogaz doch noch zu beteiligen. Wobei Naftogaz, bzw. die Ukraine, bis heute noch immer nicht die Schulden aus der Gaslieferung an Russland vollständig bezahlt hat!

 

Bezeichnend bei dem ganzen ist auch, dass die US-Administration gemäß der US-Verfassung keine Legitimation für die Ernennung eines sogenannten „Sonderbeauftragten für Nord-Stream-2“ hat, dessen einzige Aufgabe noch dazu darin besteht, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um ein für beide Seiten vorteilhaftes Energieprojekt zwischen zwei angeblich völlig souveränen Nationen – Deutschland und Russland – zu untergraben.

 

Nicht zu übersehen ist auch, dass die Ernennung eines Sonderbeauftragten für Nord-Stream-2 ein deutlicher Hinweis auf die spürbare Verzweiflung der US-Hochfinanzkreise ist, die Fertigstellung dieser Pipeline zu verhindern. In den USA ist der Widerstand gegen Nord Stream 2 überhaupt kein parteipolitisches Thema. Schließlich sind sowohl Demokraten als auch Republikaner sowie viele Beamte auf den höchsten Regierungsebenen vehement gegen dieses Projekt. Und warum? Warum stehen Gruppen von Menschen, die sich sonst nie einig sind, hier plötzlich in völliger Solidarität zusammen, wenn sie mit der Aussicht auf eine fertige und funktionierende Nord-Stream-2-Pipeline konfrontiert werden? Wovor hat jeder US-Regierungsvertreter so viel Angst? Mal unabhänig davon, dass die derzeitige „Biden-Administration“ eine größere Affinität zu besagten Hochfinanzkreisen unterhält und grundsätzlich ohnehin nicht vor Unregelmäßigkeiten, Korruption und Betrug zurückschreckt.

 

Vergessen Sie alles, was Sie bisher von den westlichen Lügenmedien über Nord-Stream-2 gehört haben. Die Regierung der Vereinigten Staaten ist nicht an Menschenrechten, der Umwelt oder daran interessiert, dass US-amerikanische Produzenten ihr Fracking-Gas nach Europa verkaufen können. Die Regierung der Vereinigten Staaten ist als Emittent der Weltreservewährung nur an einer Sache interessiert: An ihrem US-Dollar!  Diese einzige Tatsache ist alles, was man begreifen muss, um die Außenpolitik der USA wirklich zu verstehen.

 

Das bedeutet in der Praxis, dass jede US-Regierung, in Absprache mit der US-Notenbank, die Fähigkeit hat, ihre Währung nach Belieben zu drucken, einfach weil sie der Emittent der Weltreservewährung ist und ihre Inflation in die übrigen Nationen der Welt exportieren kann. Jede Nation, die sich im internationalen Handel engagieren möchte, einschließlich des Kaufs von Rohstoffen wie Erdgas oder Öl, muss riesige Dollarreserven vorhalten, um ihre Käufe zu ermöglichen.

 

So fungiert der Welthandel wie ein Schwamm, der die US-Inflation zu absorbieren hat. Was es der US-Regierung ermöglicht, untragbare Defizite aufzubauen, die einen massiven Militärhaushalt zur „Demokratisierung der Welt“ ermöglichen und die vor allem der kleinen, international tätigen Clique aus menschenverachtenden Hochfinanzkreisen zum Erhalt ihres zusammengeschacherten Vermögens verhelfen. Dieser Überfluss an Macht wiederum erlaubt es zum Beispiel US-Unternehmen, die im Schatten dieser Hochfinanzkreise agieren, leichten Zugang zu dieser Geldschöpfungsmaschine zu haben, immer größer zu werden – und das ganz unabhängig von ihrer realen wirtschaftlichen Lebensfähigkeit. Das geht natürlich zu Lasten des Mittelstandes, der nach Ansicht dieser Kreise Störenfried ist und ausgemerzt werden muss, sowohl in den USA als auch in Westeuropa und zunehmend auch in Osteuropa. Was gerade auch durch die sogenannte Corona-Pandemie umgesetzt wird!

 

Wenn sich ein Land vom US-Dollar befreien will, wissen wir was USA für diese Nationen bereithält. Zur Erinnerung hier einige Beispiele für Nationen, die sich weigerten, die Dollar-Hegemonie zu akzeptieren: Irak, Libyen, Iran, Venezuela, Ukraine, Syrien. Das ist der Punkt, an dem die Russische Föderation ins Spiel kommt. Wer wirklich verstehen will, warum die US-Hochfinanzclique Russland unter Wladimir Putin hasst, muss nur die Rolle des Dollars auf der Welt verstehen. Russland ist eine direkte Bedrohung für die Proliferation des US-Dollars.

 

Die Russische Föderation ihrerseits ist im Laufe der letzten 20 Jahre, nachdem Putin das Land aus den Klauen der kleinen Clique befreit hat, ziemlich widerstandsfähig und viel weniger anfällig für jeglichen Druck oder Einfluss von außen geworden. Russland ist in der Tat eine souveräne Nation, die sich nicht von den USA, oder den dort im Hintergrund kriminell Agierenden, einschüchtern lässt. Tatsächlich ist Russland so stark geworden, dass es jetzt sogar genug Macht projizieren kann, um andere souveräne Nationen zu schützen, die sich vom US-Dollar lösen wollen oder von vornherein nichts mit ihm zu tun haben wollten – Syrien ist das beste Beispiel.

 

Die USA können nicht einfach einen Militärschlag gegen die Russische Föderation führen, wie sie es im Irak und vielen anderen Nationen, die die Dollar-Hegemonie ablehnten, getan haben. Russland hat jetzt die Macht, den US-Dollars auszubremsen und im Welthandel zu verhindern. Betrachten wir noch einmal den Vergleich mit einem Schwamm. Russland reduziert die Größe des Schwamms und dadurch bleibt der US-Regierung eine immer kleinere Anzahl an Ländern, in die sie die Dollar-Inflation exportieren kann. Je kleiner der Schwamm wird, desto verzweifelter wird die US-Hochfinanzclique!

 

Was Nord-Stream-2 betrifft, so wird die US-Regierung nach der Fertigstellung der Pipeline keine Kontrolle darauf haben. Vor allem aber werden die US-Hochfinanzkreise keine Kontrolle über die Währung haben, die bei der Preisbildung für das Gas, das durch Nord-Stream-2 fließt, verwendet wird. Das bedeutet, dass das Gas, das durch diese Pipeline fließt, in EURO, in Rubel, einer goldgedeckten Währung oder einer ganz anderen Währung, auf die sich die Nord-Stream-2-Vertragspartner einigen, gehandelt werden kann. Das Besondere an Nord-Stream-2 ist, dass das US-Militär machtlos ist, denn eine US-Regierung kann keinen Krieg gegen ein geeintes russisch-deutsches Bündnis führen, wie sie es im Irak und anderswo immer tun konnte.

 

So wird die Fertigstellung von Nord-Stream-2 ein enormer Schlag gegen die Macht der kleinen Hochfinanzclique und das Prestige der USA sein. Diese Pipeline wird den beispielhaft genannten Schwamm schrumpfen lassen, der die US-Inflation bisher aufsaugt. Die Dollars, die in Europa in ausländischen Reserven gehalten werden, werden nicht mehr nötig sein, um das Gas zu kaufen, das durch diese Pipeline fließt. Diese überschüssigen Dollars müssen daher nicht mehr gehalten werden und werden ihren Weg zurück in die USA finden, was zu einem erhöhten Inflationsdruck in den USA führt.

 

Wenn sich dann andere Nationen entscheiden, dem russisch-deutschen Beispiel zu folgen, müssten sich die US-Politiker schließlich mit der eigenen Inflation auseinandersetzen, die sie selbst geschaffen haben. Sie müssten sich letztlich dem Zorn der US-Bevölkerung stellen, die sie verraten und verkauft haben, um den Status quo auf Kosten aller anderen zu erhalten. Nord-Stream-2 ist auch ein Schritt nach vorn, um die Nationen der Welt auf ein gleiches Niveau zu bringen. Den USA darf es nicht länger erlaubt sein, anderen Ländern den Handel zu diktieren, nur weil sich dort eine kleine Hochfinanzclique den unverdienten Status des Emittenten der Weltreservewährung ergaunert hat. Wenn die USA künftig ein echter Partner auf der Weltbühne sein möchten, sollten sie damit beginnen, wieder reale Güter zu produzieren, mit denen sie handeln können, anstatt Papierdollar zu verwenden, um andere zu übervorteilen, die tatsächlich reale Güter produzieren.

 

Und vor allem muss man sich den USA dieser kleinen Verbrecherclique entledigen, die für sich in Anspruch nimmt, zu einem von einem Gott ausgewählten Volk zu gehören. Eigenartigerweise führt die unter den Völkern Terras durchaus nicht seltene Vorstellung für etwas auserwählt zu sein nun aber ausgerechnet dieses eine Völkchen zum Weltherrschaftsanspruch. Dass ihm dies im Gefolge der inszenierten Weltkriege zunehmend gelingt, gehört zu den bislang spektakulärsten Vorgängen der Weltgeschichte und ist kein Ruhmesblatt für die übrigen Völker Terras. Warum wurde im Laufe der Menschheitsgeschichte diese Wahnvorstellung immer akzeptiert und niemals unterbunden? Im Grunde handelt es sich doch nur um die Angehörigen bzw. um die Nachkommen eines kleinen, genetisch nomadisch geprägten und daher heimatlosen Wandervolkes, das für sich vor Jahrhunderten die ökologische Nische des Händlertums entdeckt hat und von den übrigen, sesshaften Völkern wegen andersartiger Lebenspraktiken mitunter verfolgt wird und deshalb dazu neigt, die ganze Welt als Heimat anzusehen und durch deren Beherrschung, verbunden mit Unterdrückung der anderen Völker, versucht den Spieß umzudrehen. Hinzu kommt, dass die Angehörigen dieses Völkchens zu den wenigen zählen, die im frühesten Kindesalter aus religiösen Gründen körperlich verstümmelt werden. Da aufgrund dieses traumatischen Erlebnisses, die geistige Entwicklung Schaden nimmt – dies beweisen neuste Erkenntnisse, über die diverse Autoren berichten – kommt es im weiteren Lebensverlauf dieser Verstümmelten immer wieder zu schizophrenen Schüben unterschiedlicher Stärke. So werden dann Wahnvorstellungen als Wahrheit angenommen und die echte Wahrheit als Lüge verdrängt! – Was einiges derer Handlungen zwar begründet aber niemals rechtfertigt. - Doch die Tage Jener sind gezählt; auch durch Nord-Stream-2, wie hier dargelegt wurde.

 

Hier im „alten Europa“, wie US-Kreise gerne sagen, wird durch Fertigstellung des Projekts Nord-Stream-2, die Chance für Deutschland aufgetan, mit Russland als gleichberechtigter Partner zusammenzuarbeiten, auf Augenhöhe und mit einer unabhängigen Währung nach gemeinsamer, bilateraler Wahl. Das ist echte wirtschaftliche Freiheit, echte Souveränität. Gleichzeitig bedeutet es, dass der Dollar-Hegemonie der US-Hochfinanzclique ein Gegenpol gesetzt wird und damit deren Ende besiegelt ist.

 

Zuletzt fragt man sich, ob das alles im Ursprung tatsächlich ein bundesdeutscher Kanzler überlegt haben kann? Nun ja, wer sagt denn, dass dieser nicht Nachhilfe aus dem „ewigen Eis“ hatte? (Eingeweihte wissen wer gemeint ist!)