Nofretete – eine Kopie?

 

Nofretete oder in anderen Sprachen meist „Nefertiti“, ursprüngliche Aussprache etwa Nafteta) war die Hauptgemahlin) des Pharao Echnaton (Amenophis IV.) und lebte im 14. Jahrhundert v. N. Bekannt wurde sie durch die Büste aus Kalkstein und Gips, die im Ägyptischen Museum im Nordflügel des Neuen Museums (Museumsinsel) in Berlin ausgestellt ist.

 

Ihr Name Nefertiti bedeutet Die Schöne ist gekommen und tritt ab dem 5. Regierungsjahr Echnatons mit dem Beinamen Nefer-neferu-Aton (Schön sind die Schönheiten des Aton) in Kartuschenform auf. Sie trägt die Titel Große königliche Gemahlin und Herrin der Beiden Länder.

 

Die Büste der Nofretete, auch als Kopf der Nofretete oder nur als (die) Nofretete bezeichnet, zählt zu den bekanntesten Kunstschätzen des Alten Ägypten und gilt als Meisterwerk der Bildhauerkunst der Amarna-Zeit. Sie wurde in der Regierungszeit des Königs (Pharaos) Echnaton zur Zeit der 18. Dynastie zwischen 1353–1336 v.N. gefertigt.

 

Die Büste der Königin Nofretete wurde am 6. Dezember 1912 bei Ausgrabungen der Deutschen Orient-Gesellschaft unter Leitung von Ludwig Borchardt in Tell el-Amarna in Haus P 47,2, der Werkstatt des Oberbildhauers Thutmosis entdeckt. Sie wurde im Januar 1913 im Rahmen der Fundteilung mit Genehmigung der ägyptischen Altertümerverwaltung nach Deutschland gebracht.

1920 ging die Büste der Nofretete durch eine Schenkung von James Simon mit weiteren Objekten, die zuvor Dauerleihgabe an die Ägyptische Abteilung der königlich preußischen Kunstsammlungen waren, an den preußischen Staat.

 

Zu einer öffentlichen Präsentation im für die ägyptische Sammlung der Staatlichen Museen zu Berlin errichteten Museum auf der Berliner Museumsinsel kam es aber erst 1924. Heute ist sie im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und befindet sich unter der Inventarnummer 21300 als Hauptattraktion im Ägyptischen Museum Berlin, das nach 70jähriger, kriegsbedingter Schließung seit dem 16. Oktober 2009 wieder im Neuen Museum (Nordflügel) auf der Berliner Museumsinsel (Bodestraße 3, 10178 Berlin-Mitte) untergebracht ist.

 

Zum Wert der Büste der Nofretete gibt es verschiedene Angaben, die aber alle zwischen rund 300 und 400 Millionen € liegen.

 

 

Aber ist die derzeit ausgestellte königliche Büste tatsächlich noch die Echte?

Wie am Thema interessierten Lesern vielleicht bekannt ist, hat die ägyptische Altertümerverwaltung, insbesondere seinerzeit unter der Leitung von Dr. Zahi A. Hawass, immer wieder (zum Teil unter nicht nachvollziehbarer Argumentation) die Rückgabe der Büste nach Ägypten gefordert.

 

Offiziell wurden diesen Ersuchen immer von bundesdeutscher Seite abgelehnt. Aber was, wenn man aus lauter gutmenschlichem Gehabe die Büste doch weggegeben hat?

Was wenn die Büste dann im Zuge der Unruhen in Ägypten verschollen ist?

 

Einige Leser werden sich fragen, wie die Mutmaßungen im Terra-Kurier zu Stande kommen. Nun, merkwürdigerweise darf im Berliner Ägyptischen Museum jedes einzelne Ausstellungstück von allen Seiten und so oft man will fotografieren, nur die Nofretete nicht. Warum?

 

In einer verschlossenen Glasvitrine unter Aufsicht einer Horde von Museumswärtern (einige sehen so aus, als hätten sie seinerzeit schon die DDR-Grenze bewacht und benehmen sich auch entsprechend) kann ihr normalerweise nichts passieren. Dennoch ein striktes Fotoverbot. Wenn man als Berliner oder auch als Berlinbesucher die Möglichkeit hatte, die königliche Büste schon am alten Standort zu bewundern, nämlich in einem Nebengebäude zum Schloss Charlottenburg (dort stand Nofretete in den Nachkriegsjahren bis zum Umzug in ihre „alte Heimat“ auf der Museumsinsel), dann gewinnt man schnell den Eindruck, dass die Büste die man damals sah, nicht die selbe ist, die heute als Nofretete präsentiert wird. Die neue scheint etwas kleiner und farbintensiver zu sein. Die alte, echte Büste konnte man seinerzeit direkt auf Augenhöhe durch eine Glasvitrine betrachten. Getrennt durch eine Glasscheibe und selbstverständlich eine Alarmanlage konnte man sich der Königin bis auf wenige Zentimeter nähern. Heute verhindert ein großer Glaskasten, dass man näher als 2 Meter herankommt.

Was soll der Betrachter nicht entdecken? Was wird hier vertuscht? Warum belügt man die Bevölkerung selbst in so belanglosen Dingen?

 

Der Redaktion liegen im Übrigen Fotos vor, die trotz des Fotoverbotes im Januar 2014 gemacht werden konnten und die hier dargelegte These untermauern.

 

Aber jeder Museumsbesucher kann die Fälschung selbst nachvollziehen. Im Museum werden Postkarten verkauft, die noch die alte, echte Königin abbilden und auch auf der Netzseite des Museums sind diese echten Bilder zu finden. So kann also jeder mit Postkarte oder Internetzausdruck in der Hand zur Nofretete gehen und die Fälschung selbst feststellen. Besonderes Augenmerk sollte dabei übrigens auf Nase und Mund der ägyptischen Königin gerichtet werden.

 

JKS / Terra-Kurier 17.2.2014

 

 

 

Die Angelegenheit wird spannend

Nachdem jeder Besucher noch im Januar 2014 eine Postkarte mit der „echten“ Nofretete im Museum erwerben konnte, ist dies heute (nur 5 Monate später) nicht mehr möglich. Vielleicht haben einige der TK-Leser die Anregung aufgegriffen und haben sich Nofretete genau angesehen und verglichen, vielleicht haben einige, wie der Autor dieses Artikels auch, die Museumsleitung angeschrieben und um Aufklärung gebeten, vielleicht hat die Museumleitung aber auch aus anderen Gründen den Internetzauftritt des Ägyptischen Museums und des dazu gehörenden Fördervereins komplett umgestellt und derzeit nur noch die „neue“ Nofretete auf den Museums-Netzseiten abgebildet. Anfang des Jahres war auch noch der Name des Generaldirektor leicht aufzufinden, heute muss man schon etwas suchen, um den Namen von Prof. Dr. Michael Eissenhauer auf den Museumsinternetzseiten zu finden.

 

Hatte ich Ende Februar dieses Jahres, als mein Brief an die Museumsleitung von dort beantwortet wurde, doch wieder leichte Zweifel an meiner eigenen Theorie, es wurde mir seinerzeit versichert, dass es sich unzweifelhaft um die echte Büste der Nofretete handelt und gerade deshalb das Fotografieren nicht erlaubt ist und der veränderte Gesamteindruck der Büste nur allein auf die vollkommen andere Ausleuchtung der Skulptur zurückgeht, bin ich heute mehr denn je überzeugt, dass uns eine Fälschung als echt präsentiert wird. Warum sonst sollte man so einen Aufwand betreiben und sämtliches Bildmaterial, das noch die echte Königin zeigt, verschwinden lassen.

 

In Bezug auf die Ausleuchtung der Büste habe ich dies selbst an verschiedenen Objekten und auch an Personen ausprobiert – immer mit dem gleichen Ergebnis: Es verändern sich natürlich Licht und Schatten, aber Gegenstand oder Person sehen immer gleich aus. Nicht so bei Nofretete! Wäre ja auch zu schön – stellen Sie sich vor, liebe Leser, wir beleuchten unsere Damen und Herren Politiker anders und die sehen plötzlich wieder normal aus.

Hier noch die Korrespondenz mit dem Museum: Download

 

Da es jetzt leider keine Bilder der echten Nofretete mehr gibt finden Sie nachfolgend hier, die im Januar 2014 im Museum gekaufte Postkarte und zwei weitere, echte Abbildungen, die dem Museumskatalog „Nofretete und Echnaton“ aus dem Jahre 1976 entnommen wurden.

 

            Nofretete_Postkarte_01-2014.jpg            Nofretete_alt1976_1.jpg         Nofretete_alt1976_2.jpg 

               Museums-Postkarte /Jan.2014                        Katalogbild 1 von 1976                                                       Katalogbild 2 von 1976       

                                               Unverkennbar handelt es sich jeweils um die Selbe Nofretete!

 

 

Es soll hier nicht in Frage gestellt werden ob fotographisch die alten oder neuen Bilder besser oder schlechter aussehen,
denn das ist ganz klar, die neuen Aufnahmen sehen eben moderner und ansprechender aus.

 

Und hier jetzt zum Vergleich die Netzadressen von Museum und Förderverein mit den Bildern der „neuen“ Büste:
http://www.aegyptisches-museum-berlin-verein.de/c53.php?stil=aegyBerlinNorm
http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/aegyptisches-museum-und-papyrussammlung/bildergalerie.html

Auf diesen Netzseiten findet man u. a. diese Abbildungen:

 

Nofretete_neu1.jpg Nofrete_neu_Museum.bmp          Nofrete_Vitrine_neu_verein.bmp                        Nofretete-2014_1 .jpg

                                                                                                                                                                     Die Königin-Büste in ihrer neuen Vitrine.

 

 

Liebe Leser, urteilen Sie nun selbst: Handelt es sich bei den drei „alten“ Abbildungen und den vier „neuen“ Darstellungen um die selbe Büste
der Königin Nofretete oder ist es wie auf dieser Netzseite im Terra-Kurier behauptet wird, jetzt nur noch eine gefälschte Büste?

 

Vergleichen Sie insbesondere Mund- und Nase!

 

JKS / Terra-Kurier 14.06.2014