Die Berliner Mauer und die Innerdeutsche Grenze

Für die LINKE noch immer ein Mittel zur Selbstlegitimation

 

50 Jahre Mauer – Feierlichkeiten am 13. August in Berlin. Ein Anlass für alle Politiker sämtlicher Parteien einmal mehr über die Grausamkeiten der innerdeutschen Teilung zu lamentieren. Wie bei sonst keinem anderen Anlass sind sich hier mal wieder alle auch nach außen hin völlig einig und verurteilen das grausige Geschehen im August 1961. Mir kommt dabei nur der Gedanke, dass all die heutige Aufregung und Diskussion nichts mehr am Geschichtsverlauf ändert, aber unter Umständen 1961 noch etwas hätte bewirken können, wäre da genauso hitzig debattiert worden. Seinerzeit hat niemand der „westlichen“ Politiker ein großes Wort geführt und alle haben wie ein Kaninchen vor der Schlange nur zugesehen wie Mauern und Stacheldraht quer durch die Stadt gezogen wurden.

 

Interessant ist bei der heutigen Diskussion zum Thema Mauer allerdings die Haltung der Partei (SED / PDS) „Die LINKE“. Die sehen offenbar trotz dem Verfall des Ostblocks ab 1989 in der Berliner Mauer noch immer eine seinerzeit notwendige Weltfriedensmaßnahme. Scheinbar halten diese speziellen Politclowns die DDR noch immer für das bessere, freiere Deutschland und in Wahrheit steht für die am Jahrestag des Mauerbaus die Legitimität der DDR und damit auch die eigene Existenzberechtigung als SED-Nachfolgepartei auf dem Spiel. Verstärkt wird dieser Eindruck dann noch durch weitere Äußerungen aus diesen Reihen. Die Vorsitzende Gesine Lötzsch hat den Mauerbau nicht etwa als Strafmaßnahme gegen das seinerzeit massenhaft flüchtende DDR-Staatsvolk dargestellt, sondern als Ergebnis des 2. Weltkriegs bezeichnet. Wahrscheinlich leitet diese Dame und mit ihr ihre Anhänger gar den Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze noch auf eine Schuld Hitlers zurück. Mehr historisches Unwissen zeigt kein anderer Vertreter derzeit agierender Parteien, die halten dann lieber mal die Klappe. Aber beweist es doch einmal mehr, dass die Linke zu einer kritischen Bilanz der sozialistischen Geschichte nicht fähig und willens ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass Lötzsch dem „realen Sozialismus" nachträglich etwas Positives abzugewinnen sucht. Die „Wege zum Kommunismus" könnten nur gefunden werden, „wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren", schwadronierte sie schon Anfang des Jahres. Dümmer und unbekümmerter kann man über die Millionen Opfer des Stalinismus kaum hinwegreden – nach dieser Logik hätte auch Stalin ja nur ein bisschen herum probiert, was eine Gesellschaft zu tragen imstande ist. Experiment gelungen – Patienten tot?

Festredner am zentralen Veranstaltungsort in Berlin riefen dazu auf, weltweit für Demokratie und Menschenrechte einzutreten. Die Erinnerung an das Unrecht der Mauer mahne dazu, diejenigen nicht allein zu lassen, die für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte kämpften. Zahlreiche Passanten verfolgen die Gedenkveranstaltung auf dem Gelände der Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße in Berlin. Zahlreiche Menschen kamen an die Stelle, an der vor 50 Jahren die Mauer errichtet wurde. Vertreter von Bundesrat, Bundestag und Bundesregierung legten Kränze nieder. Nur die Partei die Linke blieb den Feierlichkeiten wie gesagt fern und Lötzschs Ausfälle zeigen, dass die Linke zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der sozialistischen Geschichte nicht in der Lage ist. Da hilft auch keine Schadensbegrenzung Gregor Gysis, der die Mauer nur als „zutiefst inhuman" kennzeichnete.

In der Partei aber wird eher so gedacht, wie es die Vorsitzende vormacht. Die Frage ist, wie lange die SPD, die in Berlin und Brandenburg mit der Linken koaliert und in Nordrhein-Westfalen auf deren parlamentarische Unterstützung spekuliert, solche Töne noch tolerieren will. Der Bundespräsident will den 13. August als Mahnung zum Aufbegehren gegen totalitäres Denken verstanden wissen. In Potsdam, Berlin und Düsseldorf könnte man ja schon einmal sofort damit anfangen.

 

Überhaupt, wie soll man - insbesondere jungen Wählern - klarmachen, dass die Linkspartei genauso wie die NPD vom Verfassungsschutz beobachtet wird, aber die eine so angeblich extreme Partei zu ächten ist, während man mit der anderen Extremen Regierungen bildet? Während die NPD ihre Demokratiefähigkeit noch nie unter Beweis stellen konnte, da sie noch nie an einer Landesregierung beteiligt war, hat die Linkspartei mittlerweile mehrmals bewiesen, dass sie seit ihrer SED-Vergangenheit nichts dazu gelernt hat und schon deshalb regierungsunfähig ist.

 

Sicherlich ist die Linke nicht die einzige Partei, die in unserem Land großen Schaden anrichtet, aber dennoch die Frage „Brauchen wir eine SED-Linke?“ Eine Partei deren Vorreiter der KPD schon am Anfang des 20. Jahrhunderts, also vor hundert Jahren, alles wollten, nur keine Demokratie. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg werden noch heute für ihr feindliches Verhalten gegenüber allen Andersdenkenden von Vertretern der SED/Linken nahezu verehrt. Es wird von einer „demokratisch-, sozialistischen Politik Rosa Luxemburgs“ gefaselt, dabei war die Position dieser Dame eindeutig antigewerkschaftlich und antiparlamentarisch gewesen. So hatte sie bereits auf dem Gründungsparteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands Ende Januar 1918 gesagt, dass die deutschen Gewerkschaftsführer und die deutschen Sozialdemokraten die infamsten und größten Halunken sind, die ins Zuchthaus gehörten.

 

Alle Jahre wieder in Berlin: Ein gespenstischer Zug von Kommunisten, Linken und leider zunehmend auch führenden Sozialdemokraten gebeugten Hauptes bei der Kranzniederlegung am „Ehrenmal“ von Rosa Luxemburg. Dabei bekämpfte sie die SPD der damaligen Zeit als Brachialmarxistin so hinterhältig, dass der spätere Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) im Januar 1919 in einem Aufruf gegen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg an das deutsche Volk erklärte: „Die Regierung, die binnen 10 Tagen die freie Entscheidung des Volkes über sein eigenes Schicksal herbeiführen will, soll mit Gewalt gestürzt werden. (...) Wo Spartakus herrscht, ist jede persönliche Freiheit aufgehoben!“ Rosa Luxemburg, deren marxistischer Spartakusbund bedenkenlos Menschen umgebracht hatte, antwortete nur: „Redet nicht! (...) Handelt!“ Bevor Luxemburg andere erschießen lassen konnte, wurde sie selbst erschossen. Da geht der ehemalige SPD-Vorsitzende Lafontaine für eine kommunistische Fanatikerin durchs Feuer, deren erklärtes Ziel die Beseitigung von Friedrich Ebert, August Bebel, der SPD und der gesamten Demokratie gewesen ist! Eine Gruppierung oder gar eine politische Partei die derartige Aussagen nach über hundert Jahren noch immer als „Politisches Programm“ mit auf ihren „Fahnen“ hat gehört mehr als nur vom sogenannten Verfassungsschutz beobachtet. Aber dies will in der weit nach links gerückten Bundesrepublik Deutschland offenbar niemand mehr wirklich wissen.

 

Wie haben wir uns alle gefreut, als am 9. November 1989 in Berlin die Mauer fiel! Nach Jahrzehnten gewaltsamer Trennung wurden Mauer und Stacheldraht eingerissen, West- und Mittel-Deutschland waren wieder glücklich vereint. Für einen Moment lang glaubten viele Deutsche, dass die Diktatur nun endgültig verschwunden wäre. Nie wieder Gewaltherrschaft und Extremismus. Das sozialistische Experiment war gescheitert. Es hinterließ einen- einzigen Trümmerhaufen. Doch plötzlich erheben die Ultra-Kommunisten wieder ihr Haupt! Man muss sich das einmal vorstellen - mehr als 21 Jahre nach dem Mauerfall erzielt die Nachfolgepartei in ganz Deutschland Wahlergebnisse, von denen Honecker & Co. niemals auch nur zu träumen gewagt hätten! Im Sturm zieht die SED/PDS/Linke in die Landtage in Bremen, Hessen, . Niedersachsen und Hamburg ein. Offenbar gibt. es kein Halten mehr. Die Sozialdemokraten (SPD) haben mal wieder alle verraten. Sind eingeknickt und öffnen die traditionsreiche Sozialdemokratie immer weiter nach Linksaußen.

 

Viele Verantwortliche für Mauermord und Stasi werden in Talkshows freundlich hofiert. Welch Treppenwitz. Die Erben des bankrotten Honecker-Staates präsentieren sich als die Saubermänner der Nation. In Niedersachsen kassiert das DKP-Mitglied Christel Wegner als Abgeordnete des niedersächsischen Landtages jetzt staatliche Diäten und verherrlicht vor laufenden Kameras den Mauerbau und fordert die Rückkehr der Stasi! Diese offene Anhängerin der totalitären DDR-Diktatur wurde auf der Liste der „Linken“ in freien Wahlen in ein deutsches Parlament gewählt!

Es erfüllt doch mit wachsendem Zorn, wenn man die mangelhafte politische Information weiter Teile unserer Jugend sieht. Die PISA - Katastrophe betrifft nicht nur Mathematik und Naturwissenschaften. Vielleicht noch schlimmer ist das PISA - Elend in Politik und Geschichte. Laut einer 2006/2007 von der FU Berlin durchgeführten Umfrage unter 5.000 Schülern in Ost und West hält ein Drittel Konrad Adenauer für einen DDR-Politiker! Maueropfer waren selbst schuld an ihrem Schicksal, meinen 20 Prozent. Die DDR wird als eine besonders soziale Demokratie eingeschätzt - als ob es Schießbefehl und Stasi-Verbrechen nie gegeben hätte!

Während die Geschehnisse im Dritten Reiches nahezu täglich angeprangert werden, wird Unrecht und Terror der kommunistischen Gewaltherrschaft verschwiegen oder verharmlost. Aus derartiger Ignoranz können Kommunisten politisches Kapital schlagen.

 

Lassen wir uns Deutschland nicht schlecht machen. Wir müssen uns auf unsere alten Tugenden besinnen. Unter der Regierung Otto von Bismarcks vollzog sich der Aufstieg Deutschlands aus Zersplitterung und Entzweiung zu einer geeinten Nation und zum modernsten Industriestaat der Welt! Die Politik Bismarcks wäre auch heute noch die richtige für Deutschland. Stärke durch Neutralität! Deutsches Bildungssystem, Verfassungsrecht, Industriestandards, Erfindergeist, Kunst und Dichtung bewunderte die Welt als vorbildlich. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg und bis in die jüngste Zeit! Wir brauchen patriotischen Optimismus und Selbstbejahung, wenn wir die Herausforderungen der Zukunft bewältigen wollen. Und dies dauerhaft, nicht nur während irgendwelcher Fußballfeste.

 

Und was sollte falsch an den alten Werten wie Liebe, Aufrichtigkeit, Ordnung und Anstand sein? Die meisten Menschen sind offenbar der Ansicht, derlei Tugenden nicht mehr zu benötigen, denn die Ehrlichen sind ja heutzutage sowieso immer die Dummen, in der Politik, in der Geschäftswelt, auf kulturellem Gebiet und in allen anderen Lebensbereichen ist in erster Linie derjenige erfolgreich, dessen Aufstieg von Korruption und Skrupellosigkeit begleitet wird. Wer zu anständig und aufrichtig daherkommt und darauf pocht, dass die Regeln der natürlichen Ordnung eingehalten werden, bleibt auf der Strecke. Um Beispiele zu finden, muss man nicht lange suchen, denn die Verderbnis fängt bereits im täglichen Umgang miteinander an. Auch das ist noch zu ändern!

 

Neue Helden, die das alles durchschauen und bekämpfen braucht das Land. Helden, die eine neue Ära in Deutschland einleiten. Es scheint ein Kennzeichen unseres Volkes zu sein, dass sich in Zeiten der Bedrängnis zunächst nur wenige finden, die zum Widerstand bereit sind. Aber der unbeugsame Wille dieser Wenigen kann sich – unter entsprechenden Bedingungen – zum alles ergreifenden Fanal entwickeln. Die Menschheit, besonders die Jugend, sehnt sich nach Helden. Sie verlangen nach Vorbildern, die man in Personen, die heute öffentlich agieren nicht finden kann, da es sich überwiegend um Versager handelt. Es ist offensichtlich, warum so viele bestenfalls alberne Figuren, beispielsweise aus der Unterhaltungsindustrie, diesen Bedarf befrieden sollen und deshalb die Rolle von Ersatzhelden übernehmen sollen. Aber was ist ein eigentlich ein Held? Ist es heutzutage nicht bereits sehr heldenhaft, wenn man sich selbst treu bleibt und seinen eigenen Weg geht? Mit der Überzeugung rechtmäßig und moralisch richtig zu handeln, hat man wahrscheinlich viel größere Chancen auf ein langes, glückliches Leben, als jemand der ständig versucht sich anzupassen. Beispielsweise Politiker, die sicherlich genau wissen wie unmoralisch und verwerflich ihr Handeln ist und sich deshalb im Spiegel kaum ins Gesicht schauen können, sind mit Sicherheit unglücklich und deshalb auch psychotisch. Die grinsen in jede Kamera, aber leiden in Wirklichkeit über den eigenen Selbstverrat.

 

So stürzt Deutschland immer weiter in den Abgrund. Wollen wir warten bis es am Boden zerschellt? Dies darf nicht passieren.

Bestimmen wir unser Schicksal wieder selbst und wahren so das Vermächtnis der Ahnen.

Sicherlich wird dies kein einfacher Weg, kein Spaziergang – ein Aufbruch eben. Aber hat das Deutsche Volk nicht schon immer die Kraft gehabt sich in auswegloser Situation zurechtzufinden? Schuf es nicht durch Fleiß, Ausdauer und Ideen immer wieder neuen Wohlstand? So beispielsweise allein nach den beiden Weltkriegen. Und dies trotzdem unsere angeblichen „Befreier“ alles was nur irgendwie ging raubten, unterjochten, verschleppten, schändeten und mordeten, nachdem alle Deutschen entwaffnet waren.

 

Deutschland erwache!      Selbstständig denken heißt die Lösung!

Denn „Verloren ist nur, wer sich selbst aufgibt!“ (Hans Ulrich Rudel) und „Verbunden werden auch die Schwachen mächtig.“ (Friedrich Schiller).

 

JKS - Terra-Kurier / 15.08.2011