Wer hat Angst vor dem F-Wort?
F wie Friedensvertrag!

 

Hört man die Antworten unserer derzeit noch agierenden Politversager auf die Frage nach einem noch immer fehlenden Friedensvertrag, erfährt man das der 2+4-Vertrag, der 1990 die Angliederung der DDR an die Bundesrepublik Deutschland regelte, ein mehr als ausreichender Ersatz für einen Friedensvertrag ist.

 

Der Wissende und entsprechend Geschulte, u. a. auch durch den Artikel im Terra-Kurier unter: http://www.terra-kurier.de/Friedensvertrag.htm, kennt die wahren Hintergründe und hat längst erfahren, dass ohne Friedensvertrag keine Souveränität möglich ist und Deutschland ohne Souveränität immer ein fremdbesetztes und damit fremdbestimmtes Land bleiben wird und der Wiedervereinigungsvertrag alles andere als ein Ersatz für einen Friedensvertrag ist. Noch dazu wo sich darin die Alliierten sämtliche Rechte unverändert vorbehalten.

 

Um nunmehr endgültig uns Wissende der Lächerlichkeit auszusetzen setzt das System neuerdings auf eine andere oder zusätzliche Begründung. So hat man angeblich seinerzeit bei den Verhandlungen zum 2+4-Vertrag aus finanziellen Gründen bewusst auf das Wort Friedensvertrag verzichtet. „An einem Friedensvertrag könne man aus finanziellen Erwägungen kein Interesse haben", erklärte damals der Staatssekretär Friedrich Voss, der von 1982 bis 1991 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen war. Aus finanziellen Gründen? Folgt man den Regierungsausführungen, wurde das F-Wort Friedensvertrag weggelassen, um künftige, möglicherweise berechtigte Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland erst gar nicht als Tagesordnungspunkt zuzulassen, obwohl eigentlich über Reparationsansprüche verschiedener Staaten gesprochen werden sollte.

 

Nun, wenn dem so gewesen wäre, dann müsste in diesem Zusammenhang auch über die Wiederherstellung des Deutschen Reiches gesprochen und verhandelt worden sein. Denn Forderungen zu Reparationszahlungen können nur an das Deutsche Reich nach einem Friedensvertrag gestellt werden. Aber das Reich ist, wie wir wissen zwar nicht untergegangen, aber es ist noch immer mangels Regierungsorgane handlungsunfähig. Dem zur Folge wurde seinerzeit bei den 2+4-Gesprächen die Herstellung des Reiches weiterhin geblockt, um die Bundesregierungen auch künftig als US-Vasallen halten zu können.

 

Allein die Sowjets hatten seinerzeit aus Eigeninteresse Reparationszahlungen auf der Tagesordnung. Sie wollten Geld für sich selbst, hatten aber auch das Thema Friedensvertrag aufgeworfen. Dies auch weil die Bonner Bundesregierungen, so auch 1990 die Helmut Kohl-Regierung, immer wieder erklärt hatten, auf die echten Ostgebiete endgültig nur in einem solchem Dokument verzichten zu können. Als es dann soweit war und man mit den Griechen und anderen über Reparationszahlungen reden sollte, hatte man „schon aus finanziellen Erwägungen kein Interesse“ an einem Friedensvertrag bzw. an der Wiederherstellung des Reiches. Die Lösung fand man, indem man das F-Wort nicht benutzen wollte. Kohl und Genscher boten also eine Grenzregelung unter weiterem Verzicht auf die Ostgebiete an, nur damit niemand mehr das F-Wort erwähnt und somit nicht über Reparationszahlungen gesprochen werden muss. Es wurde gar noch in den Raum gestellt, dass ein Friedensvertrag ein Schritt rückwärts und ein Begriff aus der Vergangenheit wäre.

 

Dies deckt sich mit der im Internetz kursierenden Aussage von Michail Gorbatschow 1990 in Dresden. Als er gefragt wurde, ob bei der anstehenden Wiedervereinigung von West- und Mitteldeutschland auch die unter sowjetischer / russischer Verwaltung stehenden ostdeutschen Gebiete mit einbezogen werden sollten, soll er freimütig geantwortet haben: „Ja, das wollte ich. Wir hatten die Universität in Moskau beauftragt, Pläne für die Wiedervereinigung von Deutschland mit seinen polnisch besetzten Teilen auszuarbeiten. Aber bei den 2-plus-4-Verhandlungen musste ich zu meinem Erstaunen feststellen, dass Bundeskanzler Kohl und sein Außenminister Genscher die deutschen Ostgebiete - Ostpreußen, Pommern und Schlesien - gar nicht wollten. Die Polen waren bereit gewesen, die alten deutschen Provinzen an Deutschland zurückzugeben. Aber der deutsche Außenminister Genscher hat uns und die polnische Regierung in Warschau bekniet, an der Oder-Neiße-Linie festzuhalten. Die Deutschen akzeptieren diese Grenze, waren seine Worte. Nur die DDR sollte angegliedert werden.“ Wenn wir hier von einer Bereitschaft Polens zur Rückgabe unserer Ostgebiete hören, darf man nicht außeracht lassen, dass Polen damals als sowjetabhängiger Staat im Warschauer Pakt nahezu mundtot war und anders als heute die polnischen Politiker die Klappe zu halten hatten.

 

So sprach bei den 2-plus-4-Verhandlungen bald keiner mehr von einem Friedensvertrag und man einigte sich auf die Formulierung „Abschließende völkerrechtliche Regelung und Ablösung der Vier-Mächte-Rechte und Verantwortlichkeiten“. Und was sagte Griechenland seinerzeit? Die Griechen, hatten damals nicht wirklich dagegen protestiert. Der damalige Ministerpräsident Konstantinos Mitsotakis sagte in seiner Heimat nur, dass er „Entschädigungen für Zerstörungen und Kredite“ verlangen wird. Nachdruck hat dieses Verlangen aber nie wirklich erhalten.

 

Wenn sich heute die Bundesregierung hinstellt und sagt, dass sämtliche Reparationszahlungen(sofern es die denn tatsächlich, rechtlich gesichert gibt) durch den Wiedervereinigungsvertrag ihren Anspruch verloren haben, ist das eine große Lüge. Für Geld verabschieden sich besonders deutsche Bundesregierungen sehr schnell von Verantwortung und Verpflichtungen die sie haben. Ein schäbiges Krämerseelenspiel, das schon damals ganz im Geiste der immer schneller aufsteigenden, internationalen Hochfinanzmafia, gespielt wurde. Teil dieser Elite zu sein, war und ist ein Herzensanliegen bundesdeutscher Regierungen. Überhaupt scheint der Bundesdeutsche allgemein am Heile-Welt-Syndrom zu leiden. Er hasst Konflikte. Deswegen ordnet er sich lieber gleich bedingungslos unter und verzichtet auf vieles. So zum Beispiel auch auf die Souveränität und auf einen Friedensvertrag.

 

Doch jetzt fliegt denen, die vor 25 Jahren glaubten ein Geschäft auf Kosten eines fehlenden, gar verleugneten Friedensvertrages machen zu können, vermutlich alles um die Ohren. Jetzt stehen EU-Rettungsschirm-Zahlungen an, die um ein Vielfaches höher sein können - deutsche Banken sind beispielsweise in Griechenland mit 70 Milliarden EURO dabei - wenn es aufgrund der Systemfehler endgültig schief läuft und das Risiko, dass es schief läuft, ist sehr, sehr hoch. Schließlich muss zunächst die Hochfinanz schadlos gehalten werden und dann erst die deutschen Banken.

 

Spätestens dann darf auch der deutsche Michel die Erfahrung der Griechen machen, wenn er für das zahlen muss, was die Bankenmafia mit Rückendeckung der Bundesregierung angerichtet hat, und als Belohnung zusätzlich noch mit seinen Steuern, weniger Rente und niedrigeren Lohn haftet. Gerettet werden nicht die Renten, sondern die Verursacher des Bankenchaos. In Griechenland, Deutschland den USA und überall dort wo die Hochfinanzmafia bestimmt wo es langzugehen hat. Aus systembedingten Gründen!

 

Die Bundesregierung wehrt sich so (noch) gegen Entschädigungs-Zahlungen aus dem Zweiten Weltkrieg an Griechenland. Das geht aber nicht, fanden zwei bundesdeutsche Super-Gutmenschen - und leisteten vor Ort einfach selber einen Anteil zur Tilgung der NS-Zwangskredite - in Höhe von 875 EURO. Ja, nach deren Rechnung hätte jeder Bundesbürger einen Anteil von 875 EURO, den die beiden bei irgendeinem Bürgermeister eines griechischen Dorfes „bezahlt“ haben. (Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/ns-entschaedigung-fuer-griechenland-deutsches-paar-zahlt-a-1024028.html#ref=rss ).

Kann man noch gehrirngewaschener sein? Das ist schon mehr als 100prozentiges Gutmenschentum, das ist einfach geistesgestört!

 

Und überhaupt NS-Zwangskredite und Zerstörungen? Blanker Schwachsinn. IWF und Weltbank vergeben Zwangskredite und die Hochfinanz füllt sich die Taschen mit den Zinsen!

Hintergrund ist, dass Mussolini Griechenland 1940 überfallen hat und die Wehrmacht einmal mehr ihm zur Hilfe eilen musste. Zerstörungen bringen Kriegshandlungen nun einmal mit sich. So heißt es deshalb ja auch in einem Lied „und liegt vom Kampfe in Trümmern, die ganze Welt zu Hauf, das soll uns den Teufel kümmern wir bauen sie wieder auf“. Bleiben die „Zwangskredite“ als Griechenforderung? Nein, liebe Griechen auch daraus wird nichts. 1942 hat die griechische Nationalbank eine Anleihe an das Deutsche Reich vergeben - 476 Millionen Reichsmark, die das Reich (mangels Organisation seit 1945) nie zurückgezahlt hat. Immer mal wieder und besonders seit in Griechenland die neue Regierung unter Alexis Tsipras an der Macht ist, kursiert in Athen die Idee, man könnte diesen Betrag zurückfordern, um so die aktuelle Finanzmisere im griechischen Staatshaushalt etwas zu schmälern.

Die Forderung ist, wenn überhaupt, an das Deutsche Reich zu stellen, dass noch immer nicht identisch mit dem Besatzungskonstrukt Bundesrepublik Deutschland ist und mangels F-Wort wird sich auch im Moment daran nichts ändern. Also, liebe Griechen, wollt ihr etwa auf die Deutsche Situation aufmerksam machen und das F-Wort an den Tisch bringen, oder wollt ihr einfach nur rumblubbern?

Im ersten Fall – nur weiter so – im zweiten Fall haltet die Klappe!

 

 

JKS – Terra-Kurier / 30.04.-01.05.2015