30. Januar 1945

 

Wenn andere am 30. Januar der Befreiung des KL Auschwitz gedenken, denke ich künftig an die 9.000 deutschen Opfer, die an Bord des Schiffes „Wilhelm Gustloff“ ums Leben kamen, da dies sonst kaum jemand tut.

 

 

Am 30. Januar 1945 verlässt das deutsche KDF - Schiff („Kraft durch Freude - Schiff" – heute sagt man Kreuzfahrtschiff) „Wilhelm Gustloff“ mit nur leichtem Geleitschutz gegen Mittag, mit weit über 10.000 Flüchtlingen überfüllt, Gdingen in der Danziger Bucht Richtung Westen.

 

Das Schiff war auf 417 Besatzungsmitglieder und 1.463 Passagiere - insgesamt 1880 Personen - ausgelegt. Die Kabinen waren für Fahrgäste und Besatzung gleich. Die Passagiere waren in Touristenklasse-Kabinen untergebracht. Es gab ausschließlich Außenkabinen für zwei oder vier Personen. Alle verfügten über fließendes kaltes und warmes Wasser. 1937 taufte die Witwe des Landesgruppenleiters Wilhelm Gustloff, der im Jahr zuvor von einem jüdischen Medizinstudenten erschossen worden war, das Schiff auf den Namen ihres Mannes.

 

Frauen, Verwundete, Invaliden, Alte und vor allem Kinder flüchten am Ende des 2. Weltkriegs vor der heranrückenden Roten Armee aus Ostpreußen. Doch die Flucht über das Meer wird zur tödlichen Falle. Am Abend wird die „Gustloff“ auf der Höhe von Stolpmünde von drei Torpedos eines sowjetischen U-Boots, das vor der Danziger Bucht in Lauerstellung lag, schwer getroffen. Wegen der Überfüllung gibt es viel zu wenig Rettungsboote. Die „Gustloff“ sinkt. 1239 Menschen können von herbeieilenden Frachtern und Minensuchbooten gerettet werden. 9000 Menschen ertrinken oder erfrieren in der eiskalten Ostsee. (Zum Vergleich: Der Untergang der Titanic, das wohl bekannteste Schiffsunglück, hatte zum Vergleich „nur“ 1504 Todesopfer. Bei weitem nicht vergleichbar mit den Todesopfern der „Gustloff“.) 9000 Menschen, davon eine große Zahl Frauen und Kinder, sowie ca. 1500 meist schwerverletzte Wehrmachtsangehörige – also wehrlose Personen. Das Schiff sank in etwas mehr als einer Stunde gegen 22.15 Uhr, etwa 23 Seemeilen von der pommerschen Küste entfernt.

 

Spätere Plünderungen des Wracks dienten in erster Linie der Suche nach dem legenderen Bersteinzimmer, das man nach dem Krieg seinerzeit als zusätzliche Fracht an Bord vermutet hatte.

 

 

Weitere „Befreiungstaten“ auf hoher See folgten nur wenige Tage später. Am 9. Februar 1945 wurde das ehemalige Kreuzfahrtschiff „Steuben“, das während des Krieges überwiegend als Lazarettschiff im Einsatz war, versenkt. Von 4.300 Passagieren, zumeist Flüchtlinge – also Frauen, Kinder, Verwundete, konnten nur 600 gerettet werden.

 

Auch am 16. April 1945 kam es aufgrund sowjetischer Torpedos zu einem Massaker auf See. 7.200 Menschen starben beim Untergang der „Goja“, einem ursprünglichen Frachtschiff, das zu dieser Zeit nur dem Flüchtlingstransport diente. Nur wenig mehr als Hundert Menschen konnten gerettet werden.

 

 

In keiner Weise wurde an die Bergung und die Ehrung dieser vielen Toten aus diesen Schiffskatastrophen gedacht, die aber mit dieser Internetzseite im Terra-Kurier zumindest ein kleines Andenken erhalten sollen.

 

 

Zur Ergänzung des Themas „Massaker an Flüchtlingen aus den Deutschen Ostgebieten“ sei hier noch erwähnt, dass am 12. März 1945 der verbrecherische, völkerrechtswidrige US-Luftangriff auf das Ostseebad Swinemünde erfolgte. An die 100.000 Flüchtlinge hielten sich an diesem Tag in der Stadt auf und warteten auf ihre Weiterfahrt nach Westen. Glücklich den „Befreiern“ der Roten Armee im letzten Moment entronnen zu sein, die plündernd, prügelnd, wild umherschießend, folternd und vergewaltigend durch das Land zogen. Hinzu kamen die Swinemünder selbst, die ebenfalls im Aufbruch waren, da auch sie nicht von Stalins Barbarenhorden „befreit“(getötet) werden wollten.

700 Bomber vom Typ B17 und B24 warfen in mehreren Wellen insgesamt 1.435 Tonnen Brand- und Sprengbomben auf die überfüllte Stadt. Die wenigen Überlebenden dieses „Holocaust“ (Tod durch verbrennen) wurden dann von den Bord-Maschinengewehren der alliierten Tiefflieger gezielt niedergemetzelt. Auch hier wieder nur Frauen und Kinder und Verwundete. Flüchtlinge, die für niemanden eine Gefahr darstellten.

Aber scheinbar kannte und kennt man in anderen Ländern der Welt keine Moral und keinen Anstand. Das sind eben Deutsche Tugenden.

 

 

JKS / 2007